Call of Cthulhu: Arkham 2018 – Teil 0: Ein verschwundener Ehemann

Hallo, ich versuch hier mal über eine neue Runde von mir zu berichten. Ich werde versuchen das ganze wie eine Mischung aus Prosa und Tagebucheinträge eines Erzählers zu halten. Später sollen auch noch Interviews mit den Characteren dazu kommen.

Was man vorne weg sagen sollte: Das ganze ist ein selbst erdachtes Abenteuer für Cthulhu NOW, basierend auf Lovecrafts Geschichte: „The Dunwich Horror“.

Es war zwar als One-Shot geplant, mittlerweile haben wir uns allerdings entschieden, aus dieser Gruppe eine länger laufende Kampagne zu machen, so dass viele unterschiedliche Dinge passieren können und werden.

Nun aber genug der Worte und ab geht es:

Mittwoch 1. Februar 1928

Bob Clip, der wohl schlechteste Privatdetektiv Arkhams, sitzt in seinem Büro und starrt in die Luft. Sein letzter Auftrag war schon über einen Monat her und nur Gott wusste wie er es geschafft hatte, da lebend rauszukommen, aber er hatte es geschafft. Nur leider wollte nach diesem Schlamassel niemand mehr seine Dienste in Anspruch nehmen.

Da klopfte es an der Tür.

Schnell brachte Bob die Papiere auf seinem Tisch durcheinander, so dass es aussah als hätte er momentan alle Hände voll zu tun und sagte dann mit lauter Stimme: „Herein“

Herein kam eine zierliche Frau. „Guten Tag Herr Clip, mein Name ist Amanda Pierce und ich vermisse meinen Mann“.
„Setzen sie sich doch erstmal“ sagte Bob und zeigte dabei auf einen Stuhl. „Wann haben Sie ihn denn das letzte mal gesehen?“
„Vor 2 Wochen, eines Abends kam er nicht mehr nach Hause, bei der Polizei war ich auch schon, aber die haben es ignoriert und meinten, er müsste wohl einfach nur mal raus.“
„Wie heißt denn Ihr Mann und haben Sie ein Bild von ihm?“
„Er heißt Marco Pierce, hier bitte sehr“ und reicht ihm ein Bild.
„Danke. Haben Sie irgendeine Ahnung wo ihr Mann sein könnte, als was arbeitet er denn?“
„Bei seiner Arbeit habe ich schon nachgefragt aber die wissen nicht wo er ist, und Hobbys hatte er auch nicht wirklich.“
„Darf ich fragen als was und wo er arbeitet?“
„Er ist Barkeeper im Devil’s Inn.“
„Okay. Miss Pierce ich bin mir sicher ich werde ihren Mann finden.“ sagte Bob und hatte dabei ein breites Grinsen auf dem Gesicht.
„Danke sehr“ erwiderte Amanda, mit einem sichtbar geknickten Gesichtsausdruck.
Dann gab sie ihm noch ihre Adresse und verschwand daraufhin.

Als sie das Büro verlassen hatte, stand Bob auf, und ordnete all diese Informationen auf seiner Pinwand, und stellte währenddessen die wildesten Theorien auf.

Nachdem ihm seine Theorien so langsam ausgingen, entschied er sich ins Devil’s Inn zu gehen.

Als Bob den Laden betrat wusste er wieder, wieso er hier nicht gerne herkam: Die Luft war rauchgeschwängert und überall saßen Gangster. Selbst die Polizei traute sich hier nicht rein, aber was will man machen.

Er ging zur Theke und bestellte sich eine Limonade. „Irgendwas unauffälliges bestellen, keine Prügelei beginnt mit einem Glas Limonade“ dachte er sich dabei. Der Barkeeper meinte nur laut „Hey Jungs, der Kunde hier will ein Glas Limonade, was sagen wir da?“. Noch ehe Bob sich versah, wurde er von 2 großen Muskel bepackten Kerlen nach draußen geworfen.

„Wenn du nochmal reinkommst, hast du ein Problem.“ rief einer der beiden ihm zu, woraufhin die beiden wieder rein gingen.

Bob stand auf, richtete seinen Mantel und ging erneut hinein. Mit den Worten „Hey, ich bin Privatdetektiv und will nur eine vermisste Person wiederfinden.“ besiegelte er sein Schicksal.

Donnerstag 2. Februar 1928

Sein Kopf wollte platzen. Bob erwachte am Ufer des Miskatonic Flusses, seine gesamte Kleidung war mit Schlamm bedeckt und auch die Hälfte seines Gesichts. Langsam kehrte die Erinnerung, wie er zusammen geschlagen worden war in der Bar, zurück.

„Okay, in der Bar bekomme ich wohl keine Informationen mehr.“ Dachte er sich während er aufstand. Er schaute an sich herab, und prüfte seine Knochen, abgesehen von etwas Dreck und ein paar blauen Flecken, schien ihm aber nichts ernsthaftes geschehen zu sein.

Nach einer Wäsche und Frühstück bei sich zuhause entschied sich Bob nochmal Frau Pierce zu befragen.

„Sagen Sie mir doch bitte, was hat ihr Mann denn in seiner ganzen Freizeit gemacht, wenn er keine Hobbys hatte, Miss Pierce?“ fragte Bob, während er auf einem gemütlichen Sofa, mit einer Tasse Tee in der Hand, saß.

„Naja, abgesehen von seiner Arbeit, saß er eigentlich die ganze Zeit nur über seinen Bücher.“ antworte Amanda. „Dürfte ich die mal sehen?“ kam prompt die Frage von Bob, woraufhin Amanda aufstand und Bob bat ihr nach oben zu folgen.

Oben angekommen öffnete Amanda eine Tür und ließ Bob in den Raum eintreten. Als erstes fiel ihm der gut erhaltene Schreibtisch ins Auge, danach die Bücher an den Wänden. „Ich darf mich doch bestimmt hier mal umsehen, oder?“ fragte Bob, und die Antwort „Aber natürlich, ich warte in der Zwischenzeit unten.“ kam sofort.

Er nahm sich die Zeit, alle Bücher zumindest mal anzusehen, die meisten hatten nicht einmal einen Titel, und die Sprachen in denen sie geschrieben waren, verstand er nicht. Nach gefühlten Stunden, fand er ein Buch das er lesen konnte, und lass darin, ein Auszug blieb ihm ganz besonders im Gedächtnis:

Yog-Sothoth kennt das Tor.
Yog-Sothoth ist das Tor.
Yog-Sothoth ist der Schlüssel und der Wächter des Tores. 

Da legte sich eine Hand auf seinen Rücken, und Bob erschrak. „Haben Sie etwas gefunden Herr Clip?“ erklang Amandas Stimme. Wie benommen antworte Bob „Äh ja, das hab ich.“ nach einer kurzen Pause, und einem Blick in das dunkle Fenster, schob er nach „Entschuldigen Sie, ich glaub ich hab die Zeit vergessen, wissen Sie wie spät es ist?“ – „Es ist 21 Uhr 30“

„Oh, ich bitte um Verzeihung, aber ich bin zuversichtlich mit meinem neu gefundenen Wissen, ihren Ehemann finden zu können.“ sprach er, während er sich zum gehen wandte.

Zuhause angekommen, aß er zu Abend und legte sich danach schlafen.

Freitag 3. Februar 1928

Nach einem kargen Frühstück, machte sich Bob auf zur Universitätsbibliothek. Am Eingang wurde er auch direkt von der Person empfangen die einem Freund am nähsten kam: Der Bibliothekar Dr. Armitage.

„Hallo Bob, wie geht es dir? Hast du einen neuen Fall?“ fragte Dr. Armitage, „Ach ganz gut Henry, und ja, habe ich. Hast du schonmal etwas von einem Yog-Sothoth gehört?“ Dr. Armitage runzelte die Stirn und sagte: „Ich glaube schon, aber ich weiß nicht mehr wann und wo, tut mir leid.“. „Ach das macht doch nichts Henry, ich werd schon etwas finden. Wünsch mir Glück.“ erwiderte Bob, und verschwand in den Weiten der Bibliothek.

Als es spät wurde kehrte Bob niedergeschlagen zurück. „Nichts gefunden?“ – „Nein leider gar nichts, du hast nicht zufälligerweise noch eine Idee wo ich nachgucken könnte, oder?“ fragte Bob den Bibliothekar. Dieser runzelte erneut die Stirn und sprach mit gedämpfter Stimme: „Es gibt einen Bereich der Bibliothek wo du nicht rein darfst, ich hingegen schon. Sag mir wonach genau du suchst, und ich sag dir morgen, was ich gefunden habe.“. Bob strahlte vor Freude bedankte sich bei Dr. Armitage und gab ihm eine Abschraft der Zeilen die er gefunden hatte.

Auf dem Heimweg freute er sich schon morgen, so dass er sich direkt nach dem Abendbrot schlafen legte.

Samstag 4. Februar 1928

Bob konnte es kaum erwarten seinen Auftrag abzuschließen und ging daher sofort zur Bibliothek. Leider stand nicht Dr. Armitage am Empfang sondern ein Fremder. „Guten Morgen, mein Name ist Isaac Updyke, was suchen Sie?“ wurde er von dem Fremden begrüßt und erwiderte „Guten Morgen, ich suche Dr. Henry Armitage, der Bibliothekar“, das Gesicht des Fremden verfinsterte sich schlagartig – „er wollte etwas für mich raussuchen.“. Der Herr Updyke sprach mit einer ruhigen Stimme: „Ich glaube nicht, dass Dr. Armitage ihnen momentan helfen kann. Er befindet sich momentan auf dem Dach der Bibliothek und hält sich für ein Huhn.“

„Das ist äußerst bedauerlich, eventuell können Sie mir ja helfen. Wissen Sie wo Dr. Armitage gestern Abend noch gelesen hat?“ fragte Bob, in der Hoffnung doch noch etwas zu erfahren. „Ja, er war unten in der nicht öffentlichen Abteilung. Ich kann Sie gerne hinunter bringen“ sprach sein Gesprächspartner, während er ein dickes Buch, mit einer Kette dran zuschlug, „Ich wollte dieses Buch sowieso gerade wieder nach unten bringen.“

Bob wurde in einen Bereich geführt, den er bisher noch nicht kannte. Hier unten waren scheinbar alle Bücher angekettet, aber warum würde man so etwas mit Büchern machen?

„Da vorne liegen die Aufzeichnungen von gestern Abend scheinbar, aber passen Sie auf, Sie wollen ja nicht so Enden wie unser armer Dr. Armitage.“ sprach Isaac, während er das Buch wegpackte. Sofort besah Bob sich die Unterlagen. Aber leider auch nach mehreren Stunden der Analyse kam er zu dem Schluß, dass er hier nichts lernen würde. Resigniert wandte er sich zum gehen und sprach zu Isaac: „Danke sehr, für ihre Hilfe, aber scheinbar kann ich hier nichts finden.“ Da wurde er auf einmal festgehalten und hörte die Worte “ Was möchten Sie denn erreichen?“. „Nunja, ich bin Privatdetektiv und suche einen Ehemann, der seit 2 Wochen verschwunden ist.“ daraufhin konnte Isaac nur „Oh, wenn Sie einen persönlichen Gegenstand von ihm haben, können Sie gerne morgen bei mir im Laden vorbeikommen. Ich habe meine Möglichkeiten Personen zu finden.“ erwidern und überreichte Bob eine Visitenkarten

Updyke Antiquitätenladen
W. Church St. 32
Arkham

„Oh na dann komme ich morgen bei Ihnen vorbei“ sprach Bob mit wenig Hoffnung.

Auf dem Heimweg, entschied er sich, am morgigen Tag doch noch diesen seltsamen Laden zu besuchen und ging deshalb nochmal zu Miss Pierce.

„Oh Sie sind es, Herr Clip. Haben Sie Marco schon gefunden?“ wurde er kurz nach dem Klingeln von Amanda begrüßt. „Nein, leider noch nicht, aber ich hab eine heiße Spur“, sprach er so fröhlich wie nur möglich „Deshalb bin ich auch hier. Ich bräuchte einen persönlichen Gegenstand ihres Mannes dafür.“

Amanda guckte kurz etwas befremdet und sprach dann „Ich habe Heute morgen beim Aufräumen seinen Ehering gefunden, den möchte ich aber zurück haben, sobald Sie ihn gefunden haben.“. „Aber natürlich bekommen Sie ihn zurück, schon morgen Abend werde ich Ihnen den Ring inklusive ihres Mannes zurückbringen.“

Nun da Bob von Amanda den Ring bekommen hatte, ging er nach Hause.

Sonntag 5. Februar 1928

Bob schleppte sich mühselig, bis zu der genannten Anschrift, da er nicht wirklich daran glaubte, dass dieser seltsame Mann ihm helfen könnte.

Als er an der Tür klopfte erwartete er nicht, dass ihm geöffnet werden würde, doch die Tür öffnete sich, und Isaac sprach: „Herein spaziert. Ich hoffe Sie haben einen persönlichen Gegenstand dabei.“ – „Aber natürlich hab ich einen persönlichen Gegenstand dabei“ erwiderte Bob und inspizierte den Raum, der Raum war gefüllt mit alten Gegenständen, von Schreibtischen, über Bücher bis hin zu alten Sesseln. Aber in der Mitte des Raums, stand eine riesige Feuerschale, mit brennenden Holzscheiten und einer kleinen Eisenschüssel an einer Kette darüber.

Isaac schloss die Tür hinter ihm und sprach „Bitte legen Sie den Gegenstand in die Schlüssel dort oben, den Rest werde ich übernehmen.“ Was blieb Bob denn für eine andere Wahl als den Ring hinein zu legen.

Kurz nachdem er den Ring darein gelegt hatte, fing Rauch an aufzusteigen und Isaac sang in einer seltsamen fremden Sprache. Nach 5 Minuten wurde eine Karte mit hineingeworfen, die bis auf einen kleinen Teil komplett verbrannte.

Nachdem der Rauch verflogen war und Isaac aufgehört hatte zu singen, zog er die Reste der Karte raus, und sagte zu Bob „Hier werden Sie die gesuchte Person finden.“ Bob schaute sichtlich verwundert drein, und bedankte sich noch bei dieser aus seiner Sicht sehr seltsamen Person, er nahm den Ring und verschwand.

Zurück in seinem Büro, brauchte Bob erstmal einige Stunden um zu gucken, auf welchen Teil von Arkham diese Karte denn passte, und gegen 19 Uhr hatte er sie endlich richtig angeordnet: „Na endlich, hier ist also Marco Pierce“ schrie er vor Freude.

Bob packte ein paar Sachen in seinen Rucksack, ließ aber den Ring bei sich auf dem Schreibtisch liegen und marschierte los, in Richtung der Adresse.

Als er dort ankam fand er ein leer stehendes Haus vor, auf seine Klopf- und Rufversuche reagierte drinnen offensichtlich niemand, weshalb er um das Haus schlich und eine offene Hintertür vorfand.

Beim eintreten rief er laut: „Marco Pierce, sind Sie hier?“. Da keine Antwort kam, entschloss er sich erstmal die Treppe nach oben zu nehmen, von dort hörte er ein Schmatzen kommen.

Doch als er oben ankam, konnte er seinen Augen kaum trauen. Die Wände waren mit einem lebendigen Fleisch bedeckt. An einigen Stellen hatten sich sogar Augen und Ohren gebildet, und Bob hatte große Probleme nicht ohnmächtig zu werden von diesem Schock.

Seinen Instinkt wegzurennen, wollte er allerdings dennoch nicht folgen, er verließ zwar das Stockwerk, aber ging weiter nach unten, anstatt das Haus wieder zu verlassen.

Auf halbem Wege nach unten fing er an Gesänge von unten zu hören „Ah, hier muss ich richtig sein“ dachte er sich.

Am Fuße der Treppe war dann nur eine Tür, die er auch sofort aufstieß. Der Raum dahinter war hell erleuchtet, und gefüllt mit 7 Leuten, die gemeinsam sangen, und in einem Kreis standen. 6 dieser Leute hatten einen Kapuzenmantel an, so dass Bob Sie nicht genauer erkennen konnte, aber der siebte war eindeutig Marco Pierce!

„Herr Pierce“ schrie Bob lauthals, woraufhin alle verstummten. Marco Pierce schrie nur noch „Scheiße“. und dann wurde es schwarz um Bob.

Das nächste was er mitbekam, war dass er nur durch eine endlose Schwärze glitt auf irgendetwas zu, was sich aus immer neubildenden Kugeln bestand, und dennoch lebendig wirkte.

Als er näher kam, öffnete sich eine Kugeln und verschluckte ihn.


Hier endet Teil 0 von Arkham 2018. Ich hoffe es hat euch gefallen, und bitte lasst mir doch Feedback in Form von Kommentaren da.

Euer ParanoiderGM

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